April 9, 2008

„Die Kaninchen in die Kabinchen“

Category: Dolmetschen – Author: regine – 4:41 pm

So haben wir in Germersheim die Simultandolmetschsituation beschrieben.

Beim Simultandolmetschen sprechen Redner und Dolmetscherin gleichzeitig.
Ganz wichtig ist daher die akustische Abschottung der Dolmetscherin – gegen Außengeräusche und „zum Schutz“ der Zuhörer.
Je lauter die Nebengeräusche oder der Redner, desto lauter spricht die Dolmetscherin. Wenn der Redner die Dolmetscherin direkt hören kann, wird auch er im Gegenzug lauter sprechen, um die „Störung“ zu übertönen. Was wiederum dazu führt, daß die Dolmetscherin ihre Lautstärke und ihren Nachdruck steigert. Ebenfalls störend wirkt es, wenn Zuhörer sowohl den Redner als auch die Dolmetscherin hören können.

Für keinen Beteiligten ist das eine zufriedenstellende Lösung.

Beim Simultandolmetschen muß die Dolmetscherin in ihrer eigenen Welt leben, also akustisch von allen äußeren Einflüssen getrennt arbeiten. Nur eine schalldichte Kabine oder ein Arbeitsplatz in einem anderen Raum gewährleistet optimale Dolmetschkommunikation.
Andererseits darf die Übertragung der Dolmetscherin auch nur über Kopfhörer den Zuhörer zugänglich sein, die eine Dolmetschung brauchen oder wünschen.

Daneben braucht die Dolmetscherin natürlich auch den Sichtkontakt zum Redner und zur Präsentation auf der Leinwand. Fast niemand hält heute einen Fachvortrag ohne visuelle Unterstützung.
Als Dolmetscherin muß ich den Redner deutlich und störungsfrei verstehen und zu jeder Zeit die Präsentation verfolgen können.

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