April 21, 2008
Beinahe hätte ich vergessen, was ich noch anmerken wollte.
Im Dolmetschfilm, der mich zu einer Reihe von Posts zum Dolmetschen veranlaßt hat, waren einmal die Dolmetschkabinen auf der grünen Wiese aufgebaut. Bei einem Staatsbesuch fand die Pressekonferenz im Garten oder eher Park einer Residenz (wenn ich mich recht erinnere) statt. Ich glaube, so eine Umgebung wünscht sich jede Dolmetscherin.
Was ich auch nicht wußte oder worüber ich mir noch nie Gedanken gemacht habe: bei den Nürberger Prozessen saßen die Dolmetscher einfach nur hinter Glas-Trennwänden, aber es war meines Wissens auch das erste Mal, daß in großem Stil simultan gedolmetscht wurde.
April 14, 2008
Ich dolmetsche zwar nicht so viel simultan, aber einige Arbeitsplätze habe ich fotographisch dokumentiert.
Dieser Arbeitsplatz war in einem anderen Raum, aber über Monitor war der Kontakt zum Redner gesichert.
Es ist anzumerken, daß dieser Aufwand für eine Dolmetschdauer von nur 15 Minuten getrieben wurde. Es handelte sich um ein internationales Unternehmen, das sich der Bedeutung der mehrsprachigen Kommunikation in hohem Maße bewußt ist.

Dagegen litt dieser Arbeitsplatz leider darunter, daß sich die Dolmetscherin und die Redner wegen der fehlenden Abtrennung akustisch in die Quere gekommen sind. Das “Stativ” auf der linken Seite war der Ständer eines Saallautsprechers.
Den Arbeitsplatz habe ich extra mit einer Decke (in diesem Fall einem großen Schultertuch) versehen, weil ich dazu neige, beim Dolmetschen mit allem zu spielen, was ich mir hinlege, alles auf dem Tisch zu verrücken oder meine Kugelschreiber zu zerlegen. Die Decke soll nur die Geräusche dämpfen.
April 9, 2008
So haben wir in Germersheim die Simultandolmetschsituation beschrieben.
Beim Simultandolmetschen sprechen Redner und Dolmetscherin gleichzeitig.
Ganz wichtig ist daher die akustische Abschottung der Dolmetscherin – gegen Außengeräusche und „zum Schutz“ der Zuhörer.
Je lauter die Nebengeräusche oder der Redner, desto lauter spricht die Dolmetscherin. Wenn der Redner die Dolmetscherin direkt hören kann, wird auch er im Gegenzug lauter sprechen, um die „Störung“ zu übertönen. Was wiederum dazu führt, daß die Dolmetscherin ihre Lautstärke und ihren Nachdruck steigert. Ebenfalls störend wirkt es, wenn Zuhörer sowohl den Redner als auch die Dolmetscherin hören können.
Für keinen Beteiligten ist das eine zufriedenstellende Lösung.
Beim Simultandolmetschen muß die Dolmetscherin in ihrer eigenen Welt leben, also akustisch von allen äußeren Einflüssen getrennt arbeiten. Nur eine schalldichte Kabine oder ein Arbeitsplatz in einem anderen Raum gewährleistet optimale Dolmetschkommunikation.
Andererseits darf die Übertragung der Dolmetscherin auch nur über Kopfhörer den Zuhörer zugänglich sein, die eine Dolmetschung brauchen oder wünschen.
Daneben braucht die Dolmetscherin natürlich auch den Sichtkontakt zum Redner und zur Präsentation auf der Leinwand. Fast niemand hält heute einen Fachvortrag ohne visuelle Unterstützung.
Als Dolmetscherin muß ich den Redner deutlich und störungsfrei verstehen und zu jeder Zeit die Präsentation verfolgen können.
April 7, 2008
Der Dolmetscherfilm letzte Woche war nicht neu, einen Teil davon hatte ich auch schon gesehen. Er ist aber der Auslöser dafür, daß ich einige Beiträge über das Dolmetschen schreibe. Teils allgemeiner Natur, teils einfach meine persönlichen Eindrücke bei verschiedenen Dolmetscheinsätzen.
Der Titelsatz beschreibt das größte Problem aller Dolmetscherinnen. Was frau nicht versteht, kann sie auch nicht dolmetschen.
Viele Auftraggeber sind sich dessen nicht ausreichend bewußt: Auch die beste Dolmetscherin kann nur das dolmetschen, was sie versteht, und nur so gut, wie sie es versteht. Wenn die Dolmetscherin das Gesprochene deutlich hört, ohne Anstrengung oder störende Nebengeräusche, dann wird das Dolmetschen einfacher, weniger anstrengend und damit auch besser.
In dieser Hinsicht ist gerade das Flüsterdolmetschen recht schwierig, wie im Film auch deutlich wurde. Redner und Zuhörerin mit Dolmetscher an den Schmalseiten eines langen Tisches, kein Mikrophon - solche Arbeitsbedingungen sind alles andere als ideal. Dann wurde in schnellem Tempo ein Text verlesen. Dieser Text wurde sicherlich vorher genau ausformuliert, immer wieder überarbeitet, bis die beabsichtigte Aussage optimal dargestellt war. Schade, wenn dann der Dolmetscher mit akustischen Problemen kämpfen muß.
Ich ziehe meinen Hut vor allen Dolmetscherinnen, die unter solchen Bedingungen gute Arbeit leisten. Ich persönlich mag diese Art des Dolmetschens nicht besonders, einfach, weil die Umgebungsbedingungen nicht optimal sind.
Ich sitze lieber in einer Kabine.
April 1, 2008
Heute um 20.15 Uhr auf einsfestival:
“Die Flüsterer. Dolmetscher für Europa”
March 13, 2008
Vor einigen Tagen wurde meine Aufmerksamkeit durch eine Pressemeldung auf das Unternehmen Language Weaver gelenkt. Das Unternehmen bietet ein Translation Tool auf der Basis statistischer Methoden an. Hier ein Auszug aus der Selbstdarstellung von der Webseite.
“Language Weaver verwendet statistische Methoden aus der Kryptografie und nutzt dabei Lernalgorithmen, die ausgehend von existierenden Übersetzungen lernen, automatisch zu übersetzen. Das Gelernte ist dabei immer aktuell, an die jeweilige Situation angepasst und idiomatisch, da es direkt von existierenden Humanübersetzungen abgeleitet wurde. Die Software kann an beliebige Fachgebiete oder Sprachstile angepasst werden. Im Gegensatz zu herkömmlichen Translation Memory-Systemen kann Language Weaver auch völlig neue Texte übersetzen, die vorher noch nie übersetzt wurden.”
Ich kenne diese Software nicht, und bevor sich der Interessent eine Demo-Version herunterladen kann, wird er gewarnt, der Einstiegspreis beginnt bei 5000$. Ein anderer Anbieter von Translation Tools hält sich bei der Angabe der Preise für seinen Language Server bedeckt, in der Literatur findet man Preisangaben von rund 4000 Euro für für den Across Language Server.
Für viele freiberufliche Übersetzer dürften dies schon erhebliche Investionskosten sein. Across bietet daher großzügig, so scheint es, für freiberufliche Übersetzer eine Personal Edition Version gratis an. Der hohe Investitionsbedarf dieser Werkzeuge ist jedoch nur ein Aspekt.
Ein anderer Aspekt ist, daß sich die Beziehung zwischen Freiberufler und Kunde in den nächsten Jahren entscheidend ändern wird. Auf der einen Seite werden große Unternehmen und Übersetzungsdiensleister stehen, mit gut ausgebildeteten Sprachdienstleistern, die die maschinellen Übersetzungsprogramme kontrollieren und letztendlich die Qualität von Übersetzungen sicherstellen, auf der anderen Seite freiberufliche Übersetzer, die nur noch Teile eines Übersetzungsprojektes bearbeiten und völlig abhängig von den Vorstellungen und Vorgaben der Auftraggeber sein werden. Dies wird sich letztendlich auch in prekären Einnahmesituationen niederschlagen. Dem freiberuflichen Übersetzer für nicht literarische Übersetzungen droht eine Prekarisierung seiner Leistung.
Wurden zu Beginn der Industrialisierung viele Handwerksberufe überflüssig, hatten die Arbeiter noch die Möglichkeit, sich zu organisieren und eine Gegenkraft zu der Macht der Unternehmen zu bilden. Der freiberufliche Übersetzer wird jedoch Einzelarbeiter bleiben, wenn er nicht Kooperationsformen mit anderen Übersetzern findet, um sich gemeinsam die Techniken anzueignen, über die große Übersetzungsdienstleister verfügen, und damit wettbewerbsfähig zu bleiben. Die andere Alternative ist, den Sprung zum Übersetzungsdienstleister zu wagen.
February 1, 2008
Nachtrag aus dem November:
Ich hatte einen kurzen Dolmetscheinsatz auf der Fotobild-Berlin <http://www.fotobild-berlin.de/>, einer internationalen Messe der Kunstfotografie.
Eine Fotografin hatte mich um Unterstützung beim Gespräch mit einer New Yorker Galeristin gebeten.
Es ist zwar nur eine kleine Messe, wenn man die Zahl der ausstellenden KünstlerInnen und die Ausstellungsfläche betrachtet, für internationale Kontakte wohl aber unschlagbar.
Herrscht auf der Ausstellungsfläche eher Beschaulichkeit, gleicht der Raum für das Viewing, also das Gespräch zwischen FotografInnen und internationalen Fachleuten, einem Bienenstock. Auf dem Flur und im Vorraum Wartende, allein und in Grüppchen, meist mit schwarzen Mappen unter dem Arm. Englisch herrscht vor.
Im Raum selbst sind kleine Tische recht eng gestellt, an jedem Tisch zwei Stühle, alle besetzt. Dazwischen laufen “Offizielle” umher. Alle 20 Minuten hebt großes Gewimmel an – Schichtwechsel. Die Viewer und Viewerinnen bleiben sitzen, die FotografInnen wechseln an einen anderen Tisch oder verlassen den Raum, neue rücken nach. Ein bißchen wie Speed-Dating.
Das Dolmetschen selbst war problemlos, aber ich beneide die Künstlerin nicht, die in 20 Minuten ihre Werke möglichst umfassend und überzeugend darstellen muß.
December 9, 2007
Reicht das Muttersprachenprinzip für eine gute Übersetzung? Plädoyer für Muttersprachen-Prinzip plus Vier-Augen-Prinzip.
Immer wieder werben Übersetzungsbüros mit dem Muttersprachenprinzip, das heißt, der Übersetzer oder die Übersetzerin ist Muttersprachlerin der Zielsprache. Das Muttersprachenprinzip wird als Schlüsselqualifikation dargestellt, die eine gute, ja perfekte Übersetzung sicherstellt. Aufgrund unserer Erfahrungen sind wir nicht dieser Meinung. Zunächst ein Ausschnitt aus dem Internet-Auftritt eines nach eigenen Angaben führenden Übersetzungsunternehmens:
“Unsere Leistungen:
Wir fertigen professionelle Qualitätsübersetzungen an und verfolgen dabei das Mutterspracheprinzip: Es übersetzen ausschließlich Muttersprachler in die gewünschte Zielsprache. Jede Übersetzung wird vor Auslieferung Korrektur gelesen.”
Vom selben Unternehmen im Internet veröffentlichte Stellenanzeige. Fettgedrucktes durch den Autor hervorgehoben.
“Stellenbeschreibung
Tätigkeit: Freie Mitarbeit/selbstständig; Übersetzer/in (Muttersprache Englisch) (Übersetzer/in);
Stellenanzahl: 10
Einsatzbereich: Sonstiges
Stellenbeschreibung: Wir betreiben ein Übersetzungsbüro in Deutschland mit 43 verschiedenen Sprachen und suchen für sofort Muttersprachler in der Sprache Englisch, aber auch für andere Sprachen. Wenn Sie sicher in Wort und Schrift in Ihrer Muttersprache und der Deutschen Sprache sind, sind Sie bei uns genau richtig. Unsere Kunden kommen aus unterschiedlichsten Branchen. Deshalb sind die zu übersetzenden Texte vielfältig und die Aufgabe abwechslungsreich und spannend.
Die Auftragsannahme erfolgt unverbindlich über das Internet. Wenn Sie einen Auftrag angenommen haben, müssen Sie sich an den vereinbarten Liefertermin halten. Sie arbeiten direkt an Ihrem PC (Home-Office) und sind an keine vorgegebenen Arbeitszeiten gebunden.
Wir verfolgen das Muttersprachlerprinzip, d. h. die Zielsprache ist immer die Muttersprache. Wir stellen Ihnen kostenlos Wörterbücher und Spezialsoftware zur Verfügung.
Der Ablauf:
[1] Bitte besuchen Sie folgende Adresse im Internet: ……..
[2] Registrieren Sie sich als Übersetzer und tragen Sie Ihre Sprachkenntnisse korrekt ein. Bitte achten Sie darauf, dass Sie nur in Ihre Muttersprache (Zielsprache) übersetzen dürfen. Anschliessend erhalten Sie einen Vertrag, den Sie bitte sorgfältig lesen und an uns zurück schicken.
[3] Wir prüfen Ihre Unterlagen und rufen wir Sie unter der von Ihnen angegebenen Telefonnummer zurück. In einem Interview sprechen wird über Ihre Sprachkenntnisse und Unterlagen.
[4] Nach dem hoffentlich erfolgreichen Interview erhalten Sie die Zugangsdaten zu unserem Übersetzerportal und können dort Aufträge unverbindlich annehmen. Die Auszahlungen erfolgen immer zum Monatsende. Es handelt sich hierbei um ein 400,- Euro Job.
[5] Mit dem Zugang zu unserem System können Sie die ?Schulungsunterlagen? einsehen und lesen. Diese erklären, wie die Auftragsannahme funktioniert, wie Sie Aufträge fertig stellen und per Internet abgeben, Probleme melden und Ihr Guthaben auszahlen lassen können.
[6] Für die frei geschalteten Sprachen können Sie nun in der Auftragsliste Übersetzungsaufträge annehmen.
Wir freuen uns auf eine konstruktive und langfristige Zusammenarbeit mit Ihnen.
…..
Rahmenkonditionen: Arbeitszeiten: Teilzeit - Nachmittags; Vergütungsangebot: 400 euro basis;
Geforderte Qualifikationen / Kentnisse
Bildungsabschluss: Mittlere Reife / Mittlerer Bildungsabschluss
Mobilität: Reisebereitschaft: nicht erforderlich
Verfügbarkeit: Frühester Eintrittstermin: 28.11.2007
Kenntnisse: Englisch (für Dolmetscher/Übersetzer): vorhanden
Dolmetschen, Übersetzen: vorhanden
Eigenschaften: Selbstständige Arbeitsweise: gut
Sprachliche Ausdrucksfähigkeit: gut”
Ich werde dies nicht über die Maßen kommentieren. Nur diese Fragen: Sind Muttersprachler mit dieser Qualifikation geeignet, Texte aus dem Englischen ins Deutsche zu übersetzen, die die Qualifikation Ihrer sprachlich gebildeten Mitarbeiter übertreffen? Würden Sie solchermaßen qualifizierten Übersetzern die Übersetzung Ihrer Betriebsanleitung, Ihres Kooperationsvertrages mit einem ausländischen Partner oder Ihrer Website mit technischen Produkten überlassen?
Wir haben festgestellt, selbst hochqualifizierte Muttersprachler haben Schwierigkeiten, bei sehr speziellen technischen Texten den Sinn technischer Fachbegriffe im Ursprungstext zu erkennen, insbesondere wenn der Ursprungstext stilistisch, grammatikalisch und in der Verständlichkeit Mängel aufweist. Hier ein Beispiel:
Originaltext:
Floor gullies will be provided only in disabled toilets where pipe connection to the stack will be in the slab.
Von einem akademisch ausgebildeten Muttersprachler übersetzt:
Des rigoles seront placées au plancher uniquement dans les toilettes désactivées et où le raccordement à la colonne sera pris dans la dalle.
Originaltext:
An emergency rain water system (for 100-year rainfall) will be provided by overflow pipes.
Von einem akademisch ausgebildeten Muttersprachler übersetzt:
Un dispositif de secours pour eaux de pluie (prévu pour 100 ans de précipitations) sera fourni par des tuyaux de trop-plein.
Damit eine gute Übersetzung erstellt werden kann, werden Texte dieser Art zunächst von einem Sprachverständigen mit fachlichen Kenntnissen erfaßt und in die Zielsprache übertragen und dann von einem Muttersprachler überarbeitet. Muttersprachenprinzip und Vier-Augen-Prinzip (fachliche Kompetenz) sind nach unserer Meinung die Schlüsselqualifikation für eine gute Übersetzung.
November 20, 2007
Kleinere und größere Probleme beim Dolmetschen
Beim Simultandolmetschen erfolgen Rede und Dolmetschen praktisch gleichzeitig. Die Dolmetscherin hört die Rede, wartet so lange, bis ein Sinnzusammenhang im Satz erkennbar ist und beginnt dann mit dem Dolmetschen. Die Zuhörer hören die Dolmetschung praktisch gleichzeitig mit dem Redner. Was sich für sie wie ein Automatismus anhört, bedarf höchster Konzentration. Beim professionellen Simultandolmetschen wechseln sich daher zwei bis drei DolmetscherInnen alle 20, höchstens 30 Minuten ab, weil auch geübte Dolmetscherinnen die erforderliche Konzentration nicht länger aufbringen können.
Daher ist verständlich, daß SimultandolmetscherInnen ein optimales technisches Umfeld für ihre Arbeit brauchen.
Der Redner wird auf die Kopfhörer der Dolmetscherin übertragen, sie spricht gleichzeitig in ihr Mikrofon, von dem aus die Verdolmetschung zu den Zuhörern übertragen wird.
Es ist klar, daß Nebengeräusche aller Art da stören. Wenn sich noch dazu Saallautsprecher direkt vor der Dolmetscherin befindet, ist Arbeiten kaum noch möglich, weil die Stimme im Kopfhörer übertönt wird. Andererseits stört auch das Sprechen der Dolmetscherin die Zuhörer in der Nähe, die vielleicht dem Redner folgen wollen und keine Dolmetschung brauchen. Und je mehr Nebengeräusche, desto lauter spricht die Dolmetscherin, was wiederum stört, so daß der Pegel der Nebengeräusche steigt.
Dies ist nur zu verhindern, wenn die Dolmetscherin gut „schallisoliert“ wird, am besten in einer Dolmetschkabine. Gerade bei kleineren Veranstaltungen verzichten die Veranstalter gern auf diesen Aufwand und arbeiten mit einer Personenführungsanlage (Mikrofon und Kopfhörer für die Dolmetscherin), drahtlose Kopfhörer für die Zuhörer. Dies ist durchaus möglich, wenn die Dolmetscherin räumlich so weit von den Zuhörern und vor allem vom Redner entfernt ist, daß keine Störung eintritt, am besten „um die Ecke“ oder in einem anderen Raum. Dann allerdings muß die Dolmetscherin den Redner über Monitor sehen können und natürlich auch eventuelle Filme oder Präsentationen live mitbekommen.
Ob dieser Aufwand einschließlich des Abstimmens der Saalanlage auf die Personenführungsanlage allerdings erheblich geringer ist als das Aufstellen einer Kabine, sei dahingestellt.
In letzter Zeit wurde ich zwei Mal zum Simultandolmetschen gebucht. Einmal waren die Bedingungen sehr gut, das andere Mal eher schwierig, weil noch dazu der Tisch der Dolmetscherin der beste Platz war, um den jeweiligen Redner und das Podium zu fotografieren.
Beim nächsten geplanten Dolmetscheinsatz im Januar wurde der Wunsch nach einem anderen Tagungsort laut. Auf Nachfrage stellte sich heraus, daß die Dolmetscherin das Problem ist. Die Teilnehmerrunde wird größer, die hinteren Reihen rücken näher an die Dolmetscherin heran, die bisher hinter einer Stellwand gesessen hatte und Blick auf den Redner und die Leinwand hatte. Die einfachste techische Lösung besteht wohl darin, die Dolmetscherin „um die Ecke zu bringen“, in diesem Fall in einer „Ausbuchtung“ hinten im Raum. Wenn dies als akustische Trennung nicht ausreicht, bleibt doch nur eine Dolmetschkabine. Auf jeden Fall müssen aber ein Monitor mit dem Redner (Problem: mehrere Redner auf dem Podium, jeder mit eigenem Mikrofon) und ein Laptop mit den Präsentationen in die Technik eingebunden werden.
Gute Darstellung bei Wikipedia <http://de.wikipedia.org/wiki/Simultandolmetschen>
November 11, 2007
Ein anderer Dolmetscheinsatz: Simultandolmetschen einer Rede und Dolmetschen von Interviews Deutsch - Englisch anläßlich der Vorstellung der Umweltuhr eines großen Reifenherstellers.

Arbeitsplatz der Dolmetscherin
Es wird eine neue Generation umweltfreundlicher Autoreifen vorgestellt, von denen in der Fertigung, im Gebrauch und beim Recycling geringere Umweltbelastungen ausgehen. Die Umweltuhr zeigt den verringerten Kohlendioxid-Ausstoß bei Verwendung dieser Reifen an.

Meine Anwesenheit wurde am 16 Uhr gewünscht. Die Technik war bereits aufgebaut und funktionierte einwandfrei. Auch der Dolmetscherinnen-Arbeitsplatz war schnell aufgebaut.
Um 16.30 Uhr habe ich die Rede bekommen, um 17 Uhr war Generalprobe. Alles kein Problem.
Am Vorabend um 21.30 Uhr war telefonisch noch ein Dolmetscher für Französisch gewünscht worden, für alle Fälle.
Wir wurden also den zuständigen Herren vorgestellt und gebeten, uns immer in der Nähe des Regiepults aufzuhalten, damit uns jeder, der Übersetzungsbedarf hätte, schnell finden könne. Was wir auch taten.
Mit Ausnahme der kurzen Rede hielt sich der Dolmetschbedarf in Grenzen, so daß der Einsatz recht früh zu Ende war.

Presselounge