Fachkenntnisse sind auch beim Dolmetschen entscheidend. Es geht ganz einfach darum: Wenn frau sich auf einem Gebiet auskennt oder zumindest Ahnung hat, wird sie nicht so leicht aus der Fassung gebracht durch das, was der Redner gerade erzählt.
Wieder eine Germersheimer Weisheit: Dolmetscherinnen brauchen eine „solide Halbbildung“. Sie müssen also von allem oder möglichst vielem schon mal gehört haben. Detailkenntnisse sind besser, aber Hauptsache, frau kennt die Zusammenhänge. Und weiß, in welche Richtung der Redner argumentiert. Das gibt Sicherheit.
Von Kundenseite trifft frau dabei nicht immer auf Verständnis. Häufig wird als gegeben angenommen, daß eine Dolmetscherin in ihren Sprachen einfach alles kann und weiß.
Dem kann frau nur entgegenhalten, daß wohl niemand auch nur in seiner Muttersprache alle Fachgebiete beherrscht oder die Fachbegriffe erläutern, korrekt verwenden oder auch nur verstehen kann.
Häufige Antworten:
„Das ist doch nur das Grußwort.“
„Das ist alles ganz allgemein.“
„Das ist überhaupt nicht fachlich.“
„Die Rede ist noch nicht fertig.“
oder auch:
„Der Redner ist so hochkarätig, den können wir nicht nach seinem Manuskript fragen.“
Ich meine, jeder Redner hat das Recht, optimal übertragen zu werden. Gewissenhafte, professionelle Vorbereitung der Dolmetscherinnen ist dafür die beste Gewähr.